FRANZISKUSWEG
Der Besinnungsweg zum Sonnengesang


Zur Geschichte
Zu den Schönheiten des Tauferer - Ahrntales gehören die Reinbach-Wasserfälle, die schon seit jeher von zahlreichen Menschen aufgesucht werden. Viele von ihnen begnügten sich mit dem imponierenden Schauspiel des ersten Wasserfalles, andere zogen durch die unwüchsige Landschaft weiter bis zum dritten Wasserfall. Nur sehr wenige gingen den steilen und nicht ganz ungefährlichen Weg weiter bis zur Ruine der Toblburg. Dort oben stand neben einigen Mauerspuren der einstigen Burgherrlichkeit noch ein wesentlicher Teil der Schloß-Kapelle. Aus dem Heiligtum ohne Dach reckten einige große Bäume ihre Kronen gegen den Himmel. Die Rettung und Restaurierung der Burgkapelle hatte die Errichtung des Franziskusweges zur Folge.

1982 begann die Gemeinde Sand in Taufers mit der Rettung der Toblkapelle. Am Seelensonntag im Jahre 1984 konnte unter Teilnahme von vielen Gläubigen aus dem ganzen Tauferer-Ahrntal, aber besonders der drei angrenzenden Pfarreien, Ahornach, Rein und Taufers nach Jahrhunderten zum ersten Male wieder an dieser Stätte das heilige Opfer gefeiert werden. 1985 wurde von der Gemeindeverwaltung von Sand die

Kapelle dem Jugenddienst Dekanat Taufers zur Betreuung übergeben. Das Kirchlein wurde im Sinne des Grafen Hugo VI. (1309), der hl. Klara und dem hl. Franziskus von Assisi geweiht. Um die Toblkapelle neu zu beleben kam die Idee auf, einen Franziskus- oder Sonnengesangweg zu errichten. So entstand entlang der Reinbach- Wasserfälle der heutige Besinnungsweg zum Sonnengesang. Junge Schnitzeraus dem Tauferer-Ahrntal übernahmen unter der Leitung von Jakob Oberhollenzer die künstlerische Gestaltung des Weges, Pfarreien und Verbande die Patenschaft für die verschiedenen Besinnungspunkte. Jeder Besinnungspunkt besteht aus drei Elementen: einer bildnerischen Darstellung, der entsprechenden Strophe aus dem Sonnengesang und einem Satz aus der Hl. Schrift. Am 6 . Oktober 1985 wurde der Besinnungsweg zum Sonnengesang eingeweiht und ist seither einer der meistbegangensten Pilgerwege in unserer Diözese.



DER SONNENGESANG DES HL. FRANZISKUS
Höchster, allmächtiger und guter Herr, Dein ist das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen. Dir allein gebühren sie, Höchster, und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.

Gelobt seist du mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen, besonders der Schwester Sonne, die uns den Tag schenkt und durch die du uns leuchtest. Und schön ist sie und strahlend mit großem Glanz: von Dir, Höchster, ein Sinnbild.
Gelobt seist Du, mein Herr, für den Bruder Mond und die Sterne, am Himmel hast du sie geformt, klar und kostbar und schön.
Gelobt seist du, mein Herr, für den Bruder Wind, für Luft und Wolken, für heiteres und jegliches Wetter, durch das Du Deine Geschöpfe am Leben erhälst.

Gelobt seist Du, mein Herr, für das Wasser, sehr nützlich ist es, und demütig und kostbar und keusch.
Gelobt seist Du, mein Herr, für das Feuer, durch das Du die Nacht erhellst. Und schön ist es und fröhlich und kraftvoll und stark.

Gelobt seist Du. Mein Herr, für unsere Mutter Erde, die uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt, mit bunten Blumen und Kräutern.
Gelobt seist Du, mein Herr, für jene, die verzeihen um Deiner Liebe willen und Krankheit ertragen und Not. Selig, die ausharren in Frieden, denn Du, Höchster, wirst sie einst krönen.
Gelobt seist Du, mein Herr, für unseren Bruder, den leiblichen Tod; kein lebender Mensch kann ihm entrinnen. Wehe jenen, die in tödliche Sünde sterben. Selig, die er finden wird in Deinem heiligsten Willen, denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.

Lobet und preiset den Herrn und dankt und dienet ihm mit großer Demut.



Veranstaltungen
Jeden Herz Jesu Freitag: Treffen mit Menschen die von ihrer Berufungsgeschichte erzählen.