Burg Taufers
Eine der schönsten und größten Burgen ganz Tirols.
Großartig schon die Lage: hoch über dem Dorf, in beherrschender Lage vor
gigantischem Gipfelpanorama. Die Herren von Taufers waren einst ein mächtiges
Geschlecht in Tirol, freie Adelige, ebenbürtig den Grafen von Tirol und Eppan
oder jenen Freiherrn von Wangen. Sie wurden 1130 erstmals genannt und starben
1340 aus. Die Burg Taufers gehörte ihnen schon um 1315. Auf sie folgten
verschiedene Geschlechter, dann verfiel die Burg. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts
dann wurde sie von Ludwig Lobmayr und nach 1945 durch die Verwaltung unter
Hieronymus Gassner wiederhergestellt. 1977 erwarb das Südtiroler Burgeninstitut
das Schloß. Der romanischer Teil der Burg stammt aus der Zeit der Herren von
Taufers, ihr gotischer aus der Zeit der Brixner Bischöfe.
Der Bergfried, der
stattliche Wohnturm mit Doppelbogenfenstern und die romanische Burgkapelle sind
aus der ersten Bauperiode im 13. Jh., nach 1500 dann wurde die Burg mit neuen
komplizierten Torbauten, Wohntrakten, Wehrgängen, zwei Zugbrücken, Kornspeichern,
malerischem Brunnenhaus und Zisterne erweitert. Heute ist etwa ein Drittel der
Anlage für das Publikum zugänglich. Weil sie niemals Angriffen oder Zerstörung
ausgesetzt war, sind die Einrichtungsgegenstände fast unbeschadet erhalten
geblieben. Das Schloß besitzt 64 Räume, gut eingerichtet und teilweise mit
Kachelofen beheizbar. 24 davon sind mit Zirbelholz getäfelt. Romanische und
gotische Kunstwerke, darunter Pacher-Fresken in der Kapelle, Porträts von
südtiroler Familien, gotische und Renaissanceschränke, Rüstungen und eine
große Bibliothek bieten einen interessanten Einblick in das Schloßleben.Außerdem können die Besucher den Gerichtssaal, an dessen Mittelsäule die Angeklagten bei Verhandlungen angebunden waren, Speisezimmer, Kaplanzimmer, Wohnturm mit Folterkammer und Richtstätte, Gefängnis, Burgkapelle, Waffenkammer, Fürstenzimmer und Rittersaal bewundern. Zu den schönsten Räumen gehöt die Bibliothek mit ihrer prachtvoll gearbeiteten Kassettendecke, den Bücherschränken und dem Kachelofen.
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| Eingang in den Süd-Ost-Trakt: Gotischer Söller mit Freitreppe, die ersten Stufen sind in den Burgfelsen gehauen. |
Bibliothek: Vollkommene Renaissancetäfelung (Zirbelholz) mit prachtvoll gearbeiteter Kassettendecke (im Zentrum das Wappen der Herren von Taufers, rund herum barocke Bilder mit Motiven aus dem Alten Testament - die Propheten Elias, Isaias, Osea und der arme Lazarus mit Dives). Neben den herrlichen Bücherschränken ist vor allem der rund 400 Jahre alte Kachelofen von besonderer Schönheit. |
Die Waffenhalle war einst Audienzsaal: Heute werden dort Harnische, 14 Hellebarden, 2 Richtschwerter, 1 Partisane, 1 Keule aus den Bauernkriegen, 1 kleiner Katapult, Waffen aus der Türkenbeute, mehrere Säbel verschiedener Epochen und noch mehr Kriegsgerätschaft aufbewahrt. |
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